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Alles, was Sie über Webhosting und den Host wissen müssen, bevor Sie eine Website erstellen

„Ich brauche einen Host.“ War das erste, was klar war, als ich beschlossen hatte, meine Website selbst zu bauen.

In Wie kommt meine Website überhaupt ins Internet? habe ich bereits darüber erzählt, wie es dazu kam, dass ich entschieden hatte, meine erste Website selbst zu bauen. Ausschlaggebend war, dass ich die volle Kontrolle über meinen Webauftritt haben wollte.

Schnell hatte ich begriffen, dass meine Website irgendwo „liegen“ muss, damit sie überhaupt ins Internet gelangt. Jemand muss also dafür sorgen, dass sie im Internet sichtbar wird.

Aber der Reihe nach.
Ohne IT-Sprache.
Ohne Fachbegriffe, die sofort wieder neue Fragen aufwerfen.

Denn genau an diesem Punkt steigen viele Menschen innerlich bereits aus.

Was bedeutet Hosting überhaupt?

Hosting bedeutet vereinfacht: Jemand stellt Ihnen Speicherplatz im Internet zur Verfügung, damit Ihre Website online erreichbar ist. Und er sorgt dafür, dass das auch in Zukunft der Fall ist. Denn ohne Sicherheitsupdates, ohne Backups und ohne laufende Wartung funktioniert die bestgestaltetste Website nicht.

Deshalb nutzen die meisten Menschen Hosting-Anbieter.

Was ist eigentlich ein Host?

Der „Host“ ist vereinfacht gesagt das Unternehmen, das Ihnen Hosting zur Verfügung stellt.

Host kommt aus dem Englischen und bedeutet „Gastgeber“. Der Host ist also der Anbieter, bei dem Ihre Website „wohnt“.

Der Host stellt:

  • Speicherplatz,
  • Serverleistung,
  • technische Infrastruktur
  • und oft auch zusätzliche Funktionen in Form von E-Mail-Postfächern, Backups, Sicherheitsfunktionen, Domains, oder Website-Installationen mit wenigen Klicks bereit.

Wonach wählt man den Host?

Die Wahl des Hosts ist eine sehr entscheidende und vielfach völlig unterschätzte. Denn der die Wahl des Hosts entscheidet darüber, wie

  • zuverlässig Ihre Website aufrufbar ist,
  • wie schnell sie sichtbar wird,
  • ob sie alle erforderlichen Sicherheitskriterien erfüllt,
  • ob Sie selbst alles erforderliche einfach bedienen können.

Diese Dinge erscheinen, insbesondere dann, wenn man wenig Ahnung davon hat, völlig unbedeutend, aber überlegen Sie mal, was passiert, wenn Sie im Internet eine Website aufrufen und eine gefühlte Ewigkeit warten müssen, bis die Website erscheint.

Jeder von uns kennt auch Websiten, die von Google gesperrt sind. Jeder war schon irgendwann mit einer Website konfrontiert, bei der die Meldung stand „diese Site ist nicht sicher“.

Das sind doch trifftige Gründe, bei der Wahl des Hosts vorsichtig zu sein, oder?

Muss man den Host im eigenen Land wählen?

Diese Frage stellen sich viele.

Die kurze Antwort lautet:
Nicht unbedingt. Ihre Website kann theoretisch weltweit gehostet werden.

Viele Unternehmen nutzen sogar internationale Anbieter. Denn viel wichtiger als das Land ist für viele die Performance einer Website.

Aber: vergessen Sie nicht, dass gesetzliche Regelungen in vielen Ländern unterschiedlich sind. Ein wichtiges Thema, das weltweit unterschiedlich geregelt ist, ist der Datenschutz.

Deshalb war für mich ausschlaggebend, dass mein Host bzw. dessen Server sich in Österreich oder zumindest innerhalb der EU befindet.

Ausschlagebend kann auch die Sprache sein oder der persönlicher Support.

Letzendlich kann auch der Preis eine Rolle spielen.

Wie viel kostet Hosting?

Das hängt davon ab, was Sie brauchen. Und das zu beantworten ist für Laien besonders schwierig. Denn, wie soll man entscheiden, was man braucht, wenn man noch gar nicht weiß, was alles auf einen zukommt.

Auch deshalb ist entscheidend, welchen Host Sie wählen. Denn wenn es zu Problemen kommt, kann es entscheidend sein, dass Sie mit jemandem in Ihrer Muttersprache kommunizieren können.

Einfache Hostingpakete beginnen oft bereits bei wenigen Euro pro Monat.

Größere Websites mit:

  • vielen Besucherinnen und Besuchern,
  • großen Bildmengen,
  • Onlineshops,
  • oder besonderen Funktionen

benötigen meist leistungsstärkere Pakete. Am Anfang reicht für viele Selbständige aber oft ein einfaches Paket völlig aus. Und in Folge kann man größere Pakete wählen.

Woher weiß man, wie viel Speicherplatz man braucht?

Das war damals auch eine meiner Fragen.

Denn: Woher soll man wissen, wie groß eine Website wird, wenn sie noch gar nicht existiert?

Die gute Nachricht:
Für normale Unternehmenswebsites braucht man anfangs meist deutlich weniger Speicherplatz, als man glaubt.

Und Hostingpakete lassen sich später oft problemlos erweitern.

Muss man sich später selbst um Wartung kümmern?

Teilweise ja.

Denn eine Website ist kein statisches Ding, das man einmal erstellt und dann für immer vergisst.

Das bedeutet, dass für die Wahl Ihres Hosts auch entscheidend ist, ob er für regelmäßige Updates sorgt, ob er technische Änderungen und Backups garantiert und über aktuelle Sicherheitszertifikate verfügt.

Kümmert sich der Host auch um die Domain?

Im Regelfall ja, denn auch dem Host ist klar: Ein gemieteter Speicherplatz nützt Ihnen nichts, wenn Sie keine Adresse haben, mit der Ihre Website für Userinnen und User erreichbar ist.

Nichtsdestotrotz ist bei der Wahl des Hosts auch diesbezüglich Vorsicht geboten. Denn nicht automatisch jeder Host „verkauft“ automatisch Domains. Und nicht jeder Domainanbieter bietet Hosting an.

Es ist nicht also nicht zwingend notwendig, dass die Domain vom Host bezogen wird. Denn Sie können eine Domain bei einem Registrar „kaufen“ und bei einem anderen Anbieter hosten. In Österreich ist die nic.at die offizielle Vergabestelle für Domains mit den Endungen .at, .or.at und .co.at.

Domain und Hosting gemeinsam zu kaufen ist ein bisschen wie eine Wohnung inklusive Hausverwaltung zu mieten. Es ist meist bequemer. Man gibt dafür aber auch ein Stück Kontrolle aus der Hand.

Vorteile Hosting und Domain aus einer Hand

Der größte Vorteil ist die Einfachheit.

Wenn Domain und Hosting beim selben Anbieter liegen, werden viele technische Einstellungen automatisch vorgenommen.

Wenn Sie beides aus einer Hand erhalten, müssen Sie sich bei Problem nicht die Frage stellen, ob es an der Domain oder am Hosting liegt. Das klärt der Ansprechpartner für Sie.

Sie erhalten eine Rechnung über beide Leistungen und genießen auch Vorteile hinsichtlich Verwaltung wie einfachem statt doppeltem login und Bearbeitung in einem Kundenbereich.

Nachteile Hosting und Domain aus einer Hand

Der Vorteil kann zugleich ein Nachteil sein, denn Sie begeben sich in größere Abhängigkeit. Wenn es zu Problemen kommt, betrifft Sie das gleichzeitig bei der Website, der Domain und Ihrer E-mails.

Profis trennen Domain und Hosting für eine größere Unabhängigkeit, denn wenn Sie mit einem Hosting unzufrieden sind, ist der Umzug Ihrer Website auf einen anderen Host bedeutend einfacher.

Manche Host locken auf mit Angeboten „Domain gratis im ersten Jahr“. Danach werden die Nutzungsgebühren deutlich teurer. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die langfristigen Kosten.

Für die erste Website empfehle ich jedenfalls Domain und Hosting beim selben Anbieter zu wählen, weil die Einfachheit die Nachteile häufig überwiegt.

Was passiert, wenn der Host ausfällt?

Interessanterweise denken Laien meist zuerst an den technischen Ausfall, während die wichtigere Frage der wirtschaftlichen Ausfall ist.

Das sind nämlich zwei völlig unterschiedliche Dinge:

Technischer Ausfall

Der Host existiert weiterhin, aber wenn eine Serverstörung, ein Stromausfall im Rechenzentrum, ein Hackerangriff, ein Softwarefehler oder ein Netzwerkproblem besteht, ist Ihre Website vorübergehend nicht erreichbar.

Das passiert tatsächlich gelegentlich.

Deshalb werben Hoster oft mit 99,9 % Verfügbarkeit, redundanten Systemen und Backups. Für die meisten Selbständigen ist das zwar ärgerlich, aber selten existenzbedrohend.

Wirtschaftlicher Ausfall des Hosts

Das ist aus meiner Sicht die viel spannendere Frage.

Wenn der Hoster in Konkurs geht, verkauft wird, den Betrieb aus sonstigen Gründen einstellt und gänzlich vom Markt verschwindet dann stellen sich folgende Fragen:

  • Wem gehört die Domain?
  • Wer hat die Zugangsdaten?
  • Gibt es Backups?
  • Kann die Website umziehen?
  • Wer hat die E-Mail-Konten eingerichtet?

Und damit stellt sich die wichtige Fragen: „Wem gehört meine Website eigentlich?“, die ich in einem folgenden Artikel klären werde.

Fazit

Wer zum ersten Mal eine Website erstellt, beschäftigt sich meist mit Farben, Bildern, Texten oder dem Design.

Das ist verständlich und auch notwendig.

Doch bevor Ihre Website überhaupt sichtbar werden kann, braucht sie einen Platz im Internet. Genau dafür ist der Host zuständig.

Die Wahl des Hosts entscheidet nicht nur darüber, wie schnell und zuverlässig Ihre Website erreichbar ist. Sie beeinflusst auch Themen wie Sicherheit, Wartung, Support und die spätere Erweiterbarkeit Ihrer Website.

Für die meisten Selbständigen ist es sinnvoll, Hosting und Domain zunächst beim selben Anbieter zu beziehen. Das vereinfacht die Einrichtung und reduziert technische Hürden.

Weiterführende Themen

Viele Selbständige investieren Stunden in ihre Website, ohne sich vorher zu fragen, wen sie eigentlich erreichen wollen. Warum genau das oft der teuerste Fehler beim Websiteaufbau ist: Zielgruppenanalyse: 5 Gründe, warum sie entscheidend ist

Bevor Sie die erste Zeile Text schreiben oder das erste Bild hochladen, sollten Sie diese zehn Dinge kennen. Sie sparen damit Zeit, Geld und viele spätere Baustellen: 10 Dinge, die Sie wissen müssen, bevor Sie eine Website erstellen

Eine scheinbar banale Frage – und gleichzeitig die Grundlage für alles, was danach kommt. Wer versteht, wie eine Website überhaupt online geht, trifft später bessere Entscheidungen bei Hosting, Domain und Technik: Wie kommt meine Website überhaupt ins Internet?

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