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Wie kommt meine Website überhaupt ins Internet?

„Wie kommt meine Website überhaupt ins Internet?“ Diese Frage klingt banal.

Aber ehrlich gesagt: Genau das war meine erste Frage, als ich mich selbstständig und mir Gedanken darüber machte, wie mich Kundinnen und Kunden finden würden.

Ich war noch nicht bei: „Brauche ich unbedingt einen Experten, um eine Website zu erstellen?“, „In welchem Medium schreibe ich die Texte für meine Website?“, „Wie funktionieren Suchmaschinen?“ oder gar „Wie schafft man es, bei Google ganz oben zu stehen?“

Meine Frage war viel grundlegender: „Wie funktioniert das Internet?“ und „Wie kommt eine Website eigentlich dorthin?“

„Wo ist sie dann tatsächlich?“, „Wer speichert sie und wo?“, „Liegt sie bei mir am PC und kann ich immer darauf zugreifen?“, „Warum kann man sie weltweit aufrufen?“ und „Alle sprechen von Domains, Hosting, Servern, und DNS? Was ist das alles und wozu braucht man das überhaupt?“

Viele Menschen trauen sich diese Fragen gar nicht zu stellen, aus Angst dumm dazu stehen.

Und sie wissen auch nicht, wen sie eigentlich fragen sollen. Mir ging das in meinen unternehmerischen Anfängen auch so, denn rund um das Internet entstanden viele neue Berufe. Ich stand deshalb auch vor so grundlegenden Fragen wie: „Brauche ich einen Webdesigner oder doch einen Webdeveloper oder doch eher einen Programmierer?“

Noch heute tappen viele im Dunkeln, denn – und das sieht man bei vielen Agenturen – die, die verstehen, wovon sie reden, nutzen für Erklärungen eine Sprache, die jemand, der viele Fragen hat und sie mangels Fachkenntnissen kaum artikulieren kann, nicht versteht.

Ich wusste also 2014 auch nicht, wo ich zu fragen anfangen sollte und wonach ich im Speziellen fragen sollte. Denn bei vielen Antworten ergaben sich sofort neue Fragen. Ein Freund sagte damals z.B., er könne mir die Website um € 1.000.- erstellen, aber “ … der Content muss von Dir kommen!“.
„Was meinte er damit?“ und „Was bekomme ich von ihm, wenn der Content – also die Inhalte auf meiner Website – von mir kommen müssen?

Ich fühlte mich zu diesem Zeitpunkt sehr an den Kauf meines ersten Computers erinnert. Ich wusste nicht, wie er funktioniert, ich wusste nicht, was ich damit machen kann, aber ich wusste, ich brauche einen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Ähnlich ging mir das mit meiner Website.

Jede Gründerin und jeder Gründer hat wahrscheinlich ebensowenig Ahnung von Websites – außer sie sind selbst im IT-Geschäft – aber sie wissen, dass sie eine brauchen, um von potenziellen Kundinnen und Kunden gefunden zu werden.

Also beginnen wir sehr einfach mit der Klärung.
Ohne Fachsprache.
Ohne IT-Gehabe.

Stellen Sie sich Ihre Website wie ein Geschäft vor

Wenn Sie ein echtes Geschäft eröffnen möchten, brauchen Sie mehrere Dinge:

  • einen Ort
  • eine Adresse
  • eine Einrichtung
  • Inhalte
  • und Menschen, die den Weg dorthin finden

Bei einer Website ist das im Grunde ähnlich.
Nur eben digital.

Der Server: Das Gebäude Ihrer Website

Eine Website liegt nicht „einfach irgendwo im Internet“.

Sie liegt auf einem Computer. Einem sehr leistungsstarken Computer.

Dieser Computer läuft normalerweise rund um die Uhr und ist permanent mit dem Internet verbunden. Man nennt ihn: Server.

Dieser Server speichert eine enorme Menge an Daten:

  • Texte
  • Bilder
  • Unterseiten
  • Design
  • technische Informationen
  • und viele weitere Inhalte, die Ihre Website überhaupt erst funktionsfähig machen.

Kurz gesagt: Er speichert alles, was Ihre Website ausmacht.

Wenn jemand Ihre Website aufruft, liefert dieser Server die Inhalte dazu aus.

Hosting: Der gemietete Platz im Internet

Die meisten Menschen besitzen keinen eigenen Server. Rein theoretisch wäre das zwar möglich. Dann hätten Sie aber ein weiteres „Kastl“ irgendwo herumstehen, das rund um die Uhr laufen und regelmäßig gewartet und „upgedatet“ werden müsste.

Wenn Sie kein großes Unternehmen sind oder gerade eines aufbauen, ist es meist sinnvoller, Speicherplatz auf einem bestehenden Server zu mieten. Das nennt man: Hosting.

Hosting bedeutet vereinfacht:
Jemand stellt Ihnen einen Platz auf einem Server zur Verfügung, damit Ihre Website online erreichbar ist.

Das ist vergleichbar mit einer Wohnung in einem großen Gebäude. Sie besitzen das Haus nicht. Aber Sie mieten einen Bereich darin, zu dem Sie exklusiven Zugang haben.

Kaum wusste ich das, tauchten die nächsten Fragen auf:

„Wie kommt man überhaupt zu so einem Speicherplatz?“, „Muss man dafür einen Anbieter in Österreich verwenden?“, „Wie viel kostet Hosting eigentlich?“, „Woher weiß man, wie groß der Speicherplatz sein muss, wenn man noch gar nicht weiß, wie groß die Website später wird?“, „Muss man sich später selbst um Wartung, Updates oder Sicherheit kümmern?“

Diese Fragen wirken zunächst eher technisch. In Wahrheit entscheiden sie aber darüber, wie kompliziert, teuer oder wartungsintensiv eine Website später wird.

Genau deshalb lohnt es sich, die Grundlagen zumindest grob zu verstehen.

Die Domain: Ihre Adresse

Ein Geschäft ohne Adresse findet niemand.

Denn wie bei Google Maps, wenn man eine Wohnadresse sucht, muss man zunächst etwas eingeben, um zu finden, was man sucht.

Im Internet heißt diese Adresse: Domain.

Zum Beispiel: „ihrefirma.at“, oder „beispiel.de“ oder „meinewebsite.com“

Die Domain sorgt dafür, dass Menschen Ihre Website finden können. Sie ist also nicht die Website selbst. Das ist ein wichtiger Punkt.

Denn viele Menschen glauben: „Ich habe eine Domain gekauft, also habe ich jetzt eine Website.“

Nein.

Sie haben damit zunächst nur die Adresse reserviert bzw. die Rechte daran für einen bestimmten Zeitraum erworben.

Wenn Sie diese Adresse also erworben haben: Was passiert, wenn jemand Ihre Website aufruft?

Nehmen wir an, jemand tippt Ihre Domain in die Suchleiste des Internetbrowsers ein.

Jetzt fragen sich vielleicht manche: Was ist eigentlich ein Browser? Der Browser ist das Programm, mit dem Sie Websites aufrufen und anzeigen können. Also das, was Sie anklicken, wenn Sie ins Internet wollen. z.B. Google Chrome, Safari oder Edge.

An dieser Stelle möchte ich auf mein Glossar verweisen, in dem einige wichtige Begriffe einfach erklärt werden.

Im Hintergrund passiert dann Folgendes:

Der Browser sucht nach dem Server, auf dem Ihre Website gespeichert ist.
Der Server erhält die Anfrage.
Der Server schickt die Inhalte zurück.
Die Website erscheint am Bildschirm.

Das alles passiert innerhalb weniger Sekunden. Aber solange Sie Ihre Website nicht gebaut haben, sitzen Sie vor dem Bildschirm, auf dem dann steht „Page not found“ oder „404“ oder „Error“.

Und das mit den wenigen Sekunden ist auch nur so, wenn Ihre Website gut gebaut ist. Aber dazu in einem folgenden Artikel.

Warum klingt vieles rund um Websites oft so kompliziert?

Weil rund um Websites unglaublich viele Fachbegriffe entstanden sind.

Und weil viele Menschen Dinge erklären, ohne zu bedenken, dass andere gerade erst anfangen, sich damit zu beschäftigen.

Dann fallen plötzlich Begriffe wie:

  • DNS
  • Nameserver
  • CMS
  • FTP
  • SSL
  • Datenbank
  • Cache
  • und vieles mehr.

Und viele steigen innerlich bereits nach dem zweiten Begriff aus. Genau so ging es mir auch. Das Problem ist dabei aber sicher nicht mangelnde Intelligenz. Sondern fehlende Einordnung.

Denn wenn man das Grundprinzip verstanden hat, werden viele technische Dinge plötzlich logischer.

Warum dieses Wissen heute wichtiger wird

Früher musste man Websites oft technisch aufwendig programmieren. Dazu brauchte es Spezialisten.

Das ist für Neugründerinnen und -gründer vor allem deshalb ein Problem, weil sich am Anfang einer Gründung häufig einiges verändert.

Jedes Mal, wenn Sie auch nur ein Wort auf Ihrer Website verändern wollten, geschweige denn ein größer Umbau erforderlich wird, weil Sie z.B. feststellen, dass die Struktur Ihrer Website nicht optimal ist, bräuchten Sie diesen Spezialisten, um die Änderungen durchzuführen. Das geht schnell ins Geld.

Heute kann fast jeder innerhalb weniger Stunden eine Website erstellen. Und viele denken das an, weil sie jederzeit Zugang zu ihr haben möchten und die volle Kontrolle. Denn: Solang jemand anderer die Website für Sie erstellt, sind Sie von ihm abhängig.

Besonders weil ich Juristin bin und mir angesichts des Abhängigkeitsverhältnisses schnell dachte: „Was, wenn es das Unternehmen, das meine Website erstellt, nicht mehr gibt? Nehme ich dann einfach ein anderes Unternehmen? Aber, wie ist das mit Zugangsdaten? Wie komme ich im Falle eines Konkurses des Websitenerstellers dazu?“

Erfreulicherweise gab es damals schon die ersten Baukastensysteme.

Heute gibt es neben solchen Baukastensystemen auch Vorlagen, die selbst Laien nach einiger Einarbeitungszeit bedienen können und inzwischen existieren auch KI-Tools, die das Erstellen von Websites angeblich kinderleicht machen.

Leider entsteht dadurch ein neues Problem:

Viele Menschen können heute Websites bauen, ohne wirklich zu verstehen, wie das Gesamtsystem funktioniert.

Dadurch entstehen immer mehr Websites, die zwar gut aussehen, aber nicht gefunden werden.

Sie bringen keine Kunden, weil sie:

  • unklar wirken
  • strategisch planlos aufgebaut sind
  • oder wichtige Grundlagen überhaupt nicht berücksichtigt wurden.

Und genau dort beginnen meistens die eigentlichen Probleme.

Die eigentliche Herausforderung beginnt erst danach

Eine Website online zu bringen ist heute technisch einfacher als je zuvor.

Die schwierigeren Fragen kommen oft erst später.

Zum Beispiel dann, wenn man feststellt, dass Google die Website nicht findet.

Oder wenn die Website am Laptop gut aussieht, am Handy aber plötzlich chaotisch wirkt.

Oder wenn man merkt, dass die Struktur der Inhalte plötzlich zur eigentlichen Herausforderung wird.

Oder wenn man feststellt, dass man zwar eine Website gebaut hat, aber eigentlich nicht weiß:

Wie Menschen darauf aufmerksam werden sollen.
Welche Inhalte man tatsächlich braucht.
Wie man „sichtbar“ wird.
Oder warum andere Websites offenbar viel besser gefunden werden.

Diese und andere Fragen kläre ich in meinen nächsten Beiträgen.

Denn genau dort beginnt für viele Selbständige, die ihre Website selbst gestalten möchten, die tatsächliche Herausforderung.

Fazit

„Wie kommt meine Website überhaupt ins Internet?“ Diese Frage ist in Wahrheit viel klüger, als sie auf den ersten Blick wirkt.

Denn sie zeigt etwas Wichtiges: Viele Menschen versuchen heute, Websites zu erstellen, ohne das Grundprinzip dahinter wirklich verstanden zu haben.

Dieses Verständnis ist aber notwendig, um eine Website nicht nur zu bauen, sondern auch die Kontrolle über:

  • Kosten
  • Wartung
  • Sichtbarkeit
  • und späteren Ausbau

zu behalten.

Um grundlegende Zusammenhänge zu verstehen, muss man kein Techniker sein. Aber man muss beginnen, die richtigen Fragen zu stellen.

Und genau daran scheitert viele. Nicht an der Technik. Sondern an der fehlenden Orientierung am Anfang.

Weiterführende Themen

Eine Website verfolgt einen Zweck. Sie soll Ihre Produkte oder Dienstleistungen anpreisen und potentielle Kundinnen und Kunden dazu bewegen, Sie zu kontaktieren. Woran es liegt, wenn Ihre Website zwar technisch funktioniert, ihren eigentlichen Zweck aber nicht erfüllt, lesen Sie in: Website erstellen: Warum heute jeder eine bauen kann – und die meisten trotzdem nicht funktionieren

Wenn man ein Gericht kochen möchte, überlegt man sich im Vorhinein, welche Zutaten man braucht, in welcher Reihenfolge man sie beimengt und wie man es anrichtet. Bei der Erstellung einer Website muss man ähnlich vorgehen. Die wichtigsten Fragen, die man anfänglich klären muss, beschreibt: 10 Dinge, die Sie wissen müssen, bevor Sie eine Website erstellen

Noch bevor man sich für ein Design und die Inhalte einer Website entscheidet, muss ein zentrales Thema geklärt werden: Wen will man mit seiner Website ansprechen. Warum die Zielgruppenanalyse der alles entscheidende Faktor ist, erfahren Sie in Zielgruppenanalyse: 5 Gründe, warum sie entscheidend ist

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